24 Dezember, 2009

24. Zeitungsbericht


Tragödie zur Weihnachtszeit
Säugling in Stall gefunden - Polizei und Jugendamt ermitteln

Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen

BETHLEHEM, JUDÄA - In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.

Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.

Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als "weise Männer"
eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihn angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.

Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekannt gegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: "Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen."

Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zu medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage wegen Fahrlässigkeit rechnen. Ihr geistiger Zustand wird deshalb näher unter die Lupe genommen, weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott.

In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht: "Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass - wie in diesem Fall - ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können."

Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info: Die anwesenden Hirten behaupteten steif und fest, dass ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken ihnen befohlen hätte den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: "Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede eines vollgekifften Junkies, die ich je gehört habe."

23 Dezember, 2009

23. Apfelschnee


Ein altes bayrisches Rezept, gut geeignet für eine (vor)weihnachtliche Nachspeise, leicht und gesund...

Ein Pfund Äpfel im Backofen bei 250°C braten, bis sie weich sind. Anschließend durch ein Sieb streichen, das Schale und Kerne zurückhält. Auskühlen lassen und mit einem Eiweiß, 1 EL Rum, 50gr Zucker, Vanille und einem EL Zitronensaft mischen und mit einem Schneebesen richtig schaumig schlagen. Kalt servieren, wer mag mit Schlagsahne ;-)

22 Dezember, 2009

22. Wie der Engel auf die Christbaumspitze kam


Es war vor langer Zeit. Kurz vor Weihnachten stieß der Weihnachtsmann bei den Vorbereitungen auf einen Haufen voller Probleme. Es begann mit den Elfen. Vier seiner Lieblings-Elfen feierten krank und die Aushilfselfen, die man ihm geschickt hatte, kamen mit der Spielzeugproduktion nicht nach. Er begann schon den Druck zu spüren, den er haben würde, wenn er aus seinem engen Zeitplan geraten sollte.

Er war leicht gereizt, als ihm seine Frau sagte, dass… – die Schwiegermutter hat dem armen Weihnachtsmann gerade noch gefehlt. Die Schwiegermutter nervte ihn schon lange mit dem Rat, seine Weihnachtstour früher zu beginnen. Kopfschüttelnd ging er raus, um die Rentiere aufzuzäumen..

Draußen bemerkte der Weihnachtsmann, dass drei der Rentiere hochschwanger waren und sich zwei weitere aus dem Staub gemacht hatten. Der Himmel weiß, wohin. Der Weihnachtsmann begann, den Schlitten zu beladen. Plötzlich brach eines der Bretter und der Spielzeugsack fiel zu Boden. Der Weihnachtsmann fluchte. Es ist kein Verlass auf Elfen und Rentiere, nur auf Schwiegermütter! Frustriert ging er ins Haus.

Der Weihnachtsmann wollte einen Tee mit einem Schuss Rum aufbrühen, als er sah, dass die Elfen den ganzen Schnaps gesoffen hatten. In seiner Wut entglitt ihm auch noch die Tasse und zersprang in 1317 kleine Stücke über den Küchenboden. Jetzt gab’s natürlich Ärger mit seiner Frau. Auf den Ärger gehen wir nicht ein. 160 Zeichen würden dafür nicht reichen. Wenn jemand fluchen konnte, dann die Frau vom Weihnachtsmann.

Gemeinsam wurde der Boden gewischt, und der Weihnachtsmann fragte sich, wie er jemals rechtzeitig die vermaledeiten Geschenke unters Volk bringen sollte. Der Weihnachtsmann setzte sich an den Küchentisch. Er war genervt. Während er da sitzt und seinen Plan überdenkt, merkt er, dass sein dicker Weihnachtsbauch grummelt. Also greift er rüber zum Christstollen…

Und als er bemerkt, dass Mäuse seinen Christstollen angeknabbert hatten, den die Nachbarin gebacken hatte, wollte er vor Wut fast platzen.

Probleme, wohin man blickt. Erst die Sache mit den Aushilfselfen, dann der Besuch seiner Schwiegermutter, schwangere Rentiere und das Loch im Schlitten.. Angenagter Christstollen, kaputte Tasse, Ärger mit seiner Frau und kein Schnaps im Haus. Schlimmer konnte es kaum kommen. Da klingelte es an der Tür…

Es stand ein kleiner Engel vor der Tür mit einem riesigen Christbaum und sagte: “Frohe Weihnachten, lieber Weihnachtsmann! Ist es nicht ein schöner Tag. “Ich habe da einen Tannenbaum für dich. Wo soll ich den hinstecken?”

Und so hat die Tradition mit dem kleinen Engel auf der Christbaumspitze begonnen.

21 Dezember, 2009

21. Mittwinter



Das Licht kehrt zurück! Heute Abend gegen halb sieben ist Sonnwend. Ab hier kann es nur noch besser werden ;-)


Meckerballade

Draußen die Kälte.
Mich friert.

Meine Nase läuft.
Mein Hals kratzt.
Schnupfen und Bronchialkatarrh.

Ich rutsche aus.
Bruchlandung.
Schneeballarmada.

Ich denke:
Wie lustig.
Haha.

Doch dann
Glühwein und Schokoplätzchen,
Bratäpfel und Kakao.
Leute lachen und kaufen Geschenke.
Das Licht kehrt zurück…

20 Dezember, 2009

20. Vergänglichkeit


I.
Des Lebens Karawane zieht mit Macht
Dahin, und jeder Tag, den du verbracht
Ohne Genuß, ist ewiger Verlust.
Schenk ein, Saki! Es schwindet schon die Nacht.

II.
Weißt du, warum bei jedes Frührots Schein
Der Hahn dich schreckt durch sein eindringlich Schrein?
Weil wieder eine Nacht vom Leben schwand,
Und du schläfst sorglos in den Tag hinein.

III.
Unter des Mondes wechselvollem Licht
Das Schicksal uns kein Morgenrot verspricht.
Drum trink im Schein des Monds, denn mancher Mond
Blickt auf die Erde einst und sieht uns nicht!

IV.
Geschlechter sind erglüht wie helle Funken,
Haben gelebt, geliebt, gehaßt, getrunken;
Sie leerten hier ein Glas und sind verlöscht,
Sind in den Staub der Ewigkeit versunken.

V.
Die goldnen Lichter, die am blauen Weltrad gehn,
Haben sich viel gedreht und werden viel sich drehn. -
Und wir, im ew'gen Kreislauf der Erscheinungen,
Kommen auf kurze Zeit, um wieder zu vergehn.

XCII.
Ich geh' dahin und laß die Welt zurück im Streit,
Und hatt' von hundert Perlen doch kaum eine aufgereiht. -
Unausgesprochen blieb so manches tiefe Wort,
Weil's doch niemals verstanden hätte meine Zeit.

Omar Khayyâm, (1045 - 1122)
persischer Naturwissenschaftler, Mathematiker und Spruchdichter, freigeistiger Skeptiker, seine Kalenderreform übertraf die des Gregorianischen an Genauigkeit

19 Dezember, 2009

19. Rezept für Weihnachtsgebäck


1 Tasse Wasser
1 Tasse Zucker
4 große Eier
2 Tassen getrocknete Früchte
1 Teelöffel Backpulver
1 Teelöffel Salz
1 Tasse braunen Zucker
Saft von einer Zitrone
Nüsse
1 Flasche schottischen Whisky

Öffnen Sie die Flasche Whisky und probieren Sie ihn auf seine Qualität.

Nehmen Sie eine große Schüssel. Versuchen Sie den Whisky erneut. Um sicher zu sein, daß es sich um die beste Qualität handelt, füllen Sie eine Tasse randvoll und trinken Sie sie aus. Werfen Sie den elektrischen Mixer an und schlagen Sie eine Tasse voll Butter in der Schüssel schaumig. Fügen Sie einen Teelöffel Zucker hinzu und schlagen Sie weiter.

Stellen Sie sicher, daß der Whisky noch immer OK ist: Versuchen Sie eine weitere Tasse. Schalten Sie den Mixer aus. Werfen Sie zwei Eier in die Schüssel und schmeißen Sie die Tassen mit den getrockneten Früchten hinterher. Mixen Sie den Schalter wieder an. Falls die gefrüchteten Trockne zu klebrig werden, lösen Sie sie mit einem Schraumzieher.

Schmecken Sie das Backpulver ab und prüfen Sie den Whisky auf seine Färbung zu checken. Als nächstes sieben Sie zwei Tassen Salz oder etwas ähnliches. Was soll's? Prüfen Sie den Whisky! Nun hacken Sie den Zitronensaft klein und pressen Sie die Nüsse aus. Fügen Sie einen großen Löffen Rizinusöl hinzu und rühren mit dem Zeigefinger kräftig durch.

Löffel! Vom Zucker oder so. Irgendeinen werden Sie doch in Ihrer Küche finden, verdammt nochmal!

Fetten Sie den Ofen ein. Drehen Sie die Kuchenform auf 350 Grad. Vergessen Sie nicht den Schalter abzumixen. Schmeißen Sie die Schüssel aus dem Fenster. Trinken Sie den Rest Whisky und gehen Sie zu Bett.

Fröhliche Weihnachten.

18 Dezember, 2009

18. Pralinen


Winter ist nicht nur die Zeit zum Räuchern und Teetrinken, sondern auch für Pralinen. Lange Abende zuhause werden mit Kakaoduft doppelt so süß, und schließlich macht Schokolade nicht nur glücklich sondern ist auch gesund ;-)


Mendiants

Die einfachsten Pralinen überhaupt, wie ich finde. Schnell gemacht, vielseitig belegbar und hübsch anzusehen. Ihr braucht dazu nur Kuvertüre, Trockenfrüchte und Nüsse eurer Wahl.
Die Schokolade schmelzen und temperieren. Mit einem Löffel Schokoladenportionen auf Backpapier schöpfen und etwa auf oblatengröße rund streichen.
Mit Nüssen und/oder Trockenfrüchten nach Wahl belegen, solange die Schokolade noch warm ist.
Auskühlen lassen - fertig ;-)



Orangen-Schokohäufchen

Dunkle Schokolade in kleine Stücke schneiden und vorsichtig in einem Gefäss über Wasserdampf zum Schmelzen bringen. Einen guten Schuß Cointreau unterrühren, ein Prise Kardamom dazugeben und temperieren.
Zum Schluß Orangeat mit der Schokolade vermischen und etwas abkühlen lassen. Wenn die Masse leicht zäh wird mit einem Teelöffel kleine Häufchen abteilen und auf einer sauberen, ebenen Fläche auskühlen lassen.



Fruchtige Amaretto-Pralinen

Trockenfrüchte (Rosinen, Datteln, Mango ect.) klein schneiden und in Amaretto einlegen. Eine Weile ziehen lassen und dann Marzipan mit den Früchten und dem Amaretto verkneten. Kleine Portionen abteilen und zu kleinen Kugeln rollen.
Dunkle Schokolade schmelzen, einen Schuß Amaretto zugeben und temperieren.
Mit Hilfe einer Pralinengabel die Fruchtkugeln in die Schokolade tauchen, abklopfen und auf einem Gitter rollen, für die rupfige Optik.
Auf Backpapier auskühlen lassen.



Kaffekugeln

200gr Vollkorn-Butterkekse zerkrümeln und mit 200gr Marzipan, 1EL Mandarinenmarmelade, 3EL Amaretto, 1-2 geh. TL Kaffepulver und einer Prise Zimt gut verkneten. Kleine Kügelchen formen (das werden richtig viele!) und in eine Schüssel o.ä. sammeln.
Dunkle Schokoladen-Kuchenglasur erwärmen und mit einer Pralinengabel jede Kugel eintauchen, abtropfen und auf Backpapier auskühlen lassen.
Die Kaffekugeln sind weniger süß und mehr wie Plätzchen als Pralinen.

17 Dezember, 2009

17. Lieder


Haben wir sie nicht alle irgendwo satt? "Lähäääst kriiiissmääääss" und den restlichen Kitsch, dem man im Dezember unfreiwillig ausgesetzt wird. Ein paar Lieder sind ja ok, aber müssen es ausgerechnet die und dann auch noch immer wieder dieselben sein? -nein, denn es gibt da draußen mehr Musik als man glauben will ;-)

Die meisten Weihnachtslieder sind ja ordentlich christlich angehaucht, was auch ganz ok ist, weil das seit Jahrhunderten ihr "großer Tag" ist und unsereins ja nur ein paar heidnische Lieder zu schreiben bräuchte. Leider bin ich in der Hinsicht aber ganz enorm talentfrei, also packt die Gitarren ruhig wieder weg, es gibt kein neues Yul-Lied zum Nachklampfen. Zumindest nicht von mir.
Was es aber gibt ist Musik zum Gucken.

Ich verspreche hiermit feierlich, dass es sicher nicht jedem gefallen wird, denn jeden Geschmack zu treffen ist mir wohl nicht möglich. Ich bitte auch darum meinen eigenen Geschmack nicht nach den folgenden Liedern zu beurteilen, denn ich habe nur genommen was da war und mir praktisch vor die Flinte gelaufen ist.
Nehmt es als Beispiel wenn ihr wollt, schreibt mir Kommentare mit euren Lieblingsliedern (oder eigenen, wenn ihr so talentiert seid) und vielleicht zaubern die folgenden Lieder ja ein Lächeln auf eure Lippen...

Beginnen wir mit einem Klassiker (nur der Text ist etwas anders, und genau darum geht es hier)



Weiter mit einem Lied für alle, die im Herzen Kinder geblieben sind ;-)



Für alle, die wie ich kalte Füße haben, und viel lieber den Rest des Jahres am Strand unter Palmen wären...



Ein Gruß an alle, die sich nicht streßen lassen, und auch an alle, die schon Streß haben aus dem schönen (wenn auch verschneiten) Bayern *g*



Habt ihr euch mal überlegt, dass auch das ein Weihnachtslied sein kann?



Ok, einen Tick heidnischer hab ichs noch ;-)

16 Dezember, 2009

16. Das Lametta


Weihnachten naht, das Fest der Feste -
Das Fest des Kindes,
das Fest der Gäste.
Da geht es wirklich hektisch zu.
Von früh bis abends keine Ruh´.
Ein hetzen, Kaufen, Proben, Messen,
hat man auch niemanden vergessen?
So ging´s mir - keine Ahnung habend,
vor ein paar Jahren, Heilig Abend,
der noch zudem ein Sonntag war.
Ich saß grad bei der Kinderschar,
da sprach mein Weib: Tu dich nicht drücken,
du hast heut noch den Baum zu schmücken.
Da Einspruch meistens mir nichts nützt,
hab kurz darauf ich schon geschwitzt.
Den Baum gestutzt, gebohrt, gesägt, -
und in den Ständer eingelegt.
Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,
Krippenfiguren mit Laterne.
Zum Schluß - ja Himmeldonnerwetter,
nirgends fand man das Lametta.

Es wurde meiner Frau ganz heiß,
und stotternd sprach sie - ja ich weiß,
im letzten Jahr wars arg zerschlissen,
drum ham wirs damals weggeschmissen.
Und in dem Trubel dieser Tage,
bei meiner Arbeit, Müh und Plage -
vergaß ich neues zu besorgen.
Ich werd was von den Nachbarn borgen.
Die Nachbarn - links, rechts, drunter, drüber
die hatten kein Lametta über.
Da schauten wir uns an verdrossen,
die Läden sind ja schon geschlossen.
So sprach ich dann zu meinem Knaben:
Hört zu, wir werden diesmal haben
einen Baum - altdeutscher Stil -
weil mir Lametta nicht gefiel.
Da gab es Heulen, Schluchzen, Tränen,
und ich gab nach, den Schmerzfontänen.
"Hört endlich auf mit dem Gezeter.
Ihr kriegt 'nen Baum mit viel Lametta!".
Zwar konnt ich da noch nicht begreifen,
woher ich nehm die Silberstreifen.
Doch gerade als ich sucht mein Messer,
da las ich: Hengstenberg-Mildessa.
Es war die Sauerkrautkonserve.
Ich kombinier mit Messers-Schärfe,
hier liegt die Lösung eingebettet,
das Weihnachtsfest - es ist gerettet!!!
Schnell wird der Deckel aufgedreht,
das Kraut gepreßt, so gut es geht,
zum Trocknen einzeln aufgehängt
und dann geföhnt, doch nicht versengt.
Die trocknen Streifen, sehr geblichen
mit Silberbronze angestrichen.
Auf beiden Seiten Silberkleid!
-O freue dich, du Christenheit!-

Der Christbaum ward einmalig schön,
wie selten man ihn hat geseh'n.
Zwar roch's süßsauer zur Bescherung,
geruchlich gab's ne Überquerung,
weil mit Benzin ich wusch die Hände,
dazu noch Räucherkerz und Myrthe,
der Duft die Menge leicht verwirrte.

Ne Woche drauf, -
sass ich im sessel recht gemütlich
und las dort meine Zeitung friedlich,
den Bauch voll mit Feiertags-Rester
-´s war wieder Sonntag - und Silvester.
Da sprach mein Weib: Du weißt Bescheid,
es kommen heut zur Abendzeit
Menzens, Lehmanns und Herr Meier
zu unserer Silvesterfeier.
Wir werden feiern wie die Fürsten -
-s ´gibt Sauerkraut mit Wiener Würstchen.
Ein Schrei ertönt, entsetzt sie schaut
"am Christbaum hängt mein Sauerkraut".
Vergessen neues zu besorgen.
Ich werde was vom Nachbarn borgen.

Die Nachbarn - links, rechts, drunter, drüber,
die hatten leider keines über.
Da schauten wir uns an verdrossen:
Die Läden sind ja auch geschlossen.
Und so ward wieder ich zum Retter,
nahm ab vom Baume das Lametta.
Mit Terpentinöl und Bedacht
hab ich das Silber abgemacht.
Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
mit reichlich Essig noch verbessert,
dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz
und Curry, Ingwer, Gänseschmalz.
Dann als das Ganze sich erhitzte,
-das Kraut, das funkelte und blitzte -
da konnt ich nur nach oben flehn:
Laß diesen Kelch vorübergehn.
Als später dann das Kraut serviert,
ist auch noch Folgendes passiert:
Da, eine Dame mußte niesen,
sah man aus ihrem Näschen sprießen,
tausend kleine Silbersterne -
"Mach´s nochmal - ich seh´s so gerne...".
So rief man ringsrum hocherfreut.
(Die Dame wußte nicht Bescheid).
Menzens Cilly sprach zum Hans:
"Dein Goldzahn hat heut Silberglanz".
Und einer, der da mußte mal,
der rief: "Ich hab ´nen Silberstahl !!"

So gab´s nach dieser Krautmethode,
noch manche nette Episode.
Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir:
Es hat mir gut gefallen hier,
doch wär die Wohnung noch viel netter,
hätt´st du am Weihnachtsbaum Lametta!
Ich konnte da gequält nur lächeln
und mir nur frische Luft zu fächeln.
Ich sprach - und klopfte ihm aufs Jäckchen:
"Im nächsten Jahr, ... da kauf ich hundert Päckchen!".

15 Dezember, 2009

15. Ingwersirup


Dieser Sirup hat mich sicher schon ein paar mal vor einer anrückenden Erkältung bewahrt. Wenn ich mit nassen Füßen nach Hause komme und durchgefroren bin trinke ich gern ein Glas Wasser mit Ingwersirup. Das schmeckt lecker und wärmt, und auch Kinder trinken es gern, weil es fast wie Limo schmeckt ;-)

100gr feingehackte Ingwerwurzel und die Schale einer ungespritzen Zitrone in einen Liter Wasser geben. Kurz aufkochen und dann eine 3/4 Stunde lang leise simmern lassen, danach abseihen. 750gr Zucker und den Saft einer großen Zitrone hinzugeben. Unter ständigem Rühren 10min köcheln lassen und dann allen Schaum sorgfältig abschöpfen.
Abkühlen lassen und in Flaschen abfüllen.

14 Dezember, 2009

14. Eine Adventsgeschichte


I woass net, ob dö G'schicht ihr kennt,
sie hat sich ab'gspielt im Advent.
I les euch vor, weils mir fallt ei,
d'Leut sog'n, dös soll wahr g'wen sein.

Da is a alts Muatterl gwesen,
alloa in ihra Stub'n drinn gsessn,
und hat sich so Gedank'n g'macht
was s'Christkind früher ihr hat bracht.
Ja ja, hat's gsagt, dös war'n no Zeit'n
da kunnt ma allerhand bestreit'n
jetzt bin i arm und alt dazua
und hab a kaum zum Essen gnua.

Wia's so da sitzt und überlegt,
hat sie sich einen Plan ausgheckt.
S'Christkind beschenkt doch alle Leit,
jedes Jahr zur Weihnachtszeit,
wia war's, wenn i eam schreib'n tät,
daß i a große Bitt no hätt.

Vielleicht macht's mir no de Freid,
grad heuer in der Weihnachtszeit.
Sie holt sich Bleistift und Papier
aus der Schublad schnell herfür.
Setzt sich an den Tisch sodann
und fangt wia folgt zu schreiben an:

Liebes Christkind, schreibt's mit'm Stift
auf das Papier als Überschrift.
Du bist allmächtig und sehr stark,
schick mir doch bitte 100 Mark!
Erfüll die Bitte einer Armen,
i wünsch an Mantel mir, an warmen.
Wann i dös Geld hätt, war dös schee,
kannt i zum Mantel kaufa geh.


I brauch'n wirklich schon sehr bald,
denn drauss'n ist es bitterkalt.
Hochachtungsvoll hat sie zuletzt
vor ihrem Namen druntergesetzt.

Den Briefumschlag hat's ungeniert
an das Christkind adressiert.

Den Absender auf d'andere Seit,
dös war von großer Wichtigkeit.
Sie tuat den Brieaf in Umschlag nei
und is zum Kast'n grennt a glei.
Nachdem dös alles war gescheh'n,
sah man sie froh nach Hause gehn.

Der Postler von dem Postamt acht
hat koane schlechten Augen g'macht.
So momentan is baff er g'wen,
wia er den Brieaf ans Christkind g'segn.
Des is eam ja no nia passiert,
a Brieaf an's Christkind adressiert.
Er hat sehr lange nachgedacht
und dann den Umschlag aufgemacht.
Als er den Inhalt überblickt,
den Brieaf er an's Finanzamt schickt.

Der Beamte von dera Stell
Öffnet den Brieaf sehr schnell.
Nachdem dös Schreib'n er durchgeles'n
war der Fall ihm klar gewes'n:

Man muaß ihr helfn, des is g'wiß,
schon deshalb, weil bald Weihnacht' is.
Die Kollegen von sei'm Amt,
haben mitg'macht allesamt.
Er braucht da gar net lang zu frag'n
jeder hat was beigetrag'n.
Und wias am Schluß dann festgstellt ham,
war'n 63 Mark beisamm.
Den Betrag nun ganz genau
überwies'n sie der alten Frau.

Die Freud vom Muatterl war sehr groß
darüber Tränen sie vergoß.
Jetzt konnte sie den Mantel kaufn
und braucht nicht mehr ohne lauf'n,
und aus innerer Dankespflicht
hats's no an Brieaf an's Christkind g'richt.
Dös hat sie sich net nemma lass'n,
sie schrieb daher folgendermaßn:

Für die hundert Mark dank' i' dir,
du hast da sehr geholf'n mir.
Doch wenn i'wieder um Geld dich bitt,
so schick mir's doch über's Finanzamt nit,
mit dene is des fei a Gfrett,
solche Lump'n trau i net,
von dene 100 Mark, s'is net derlog'n,
hams 37ge abgezogn.

13 Dezember, 2009

13. Winter-Räucherungen


Winter ist Räucherzeit für mich. Obwohl ich das ganze Jahr über gerne räuchere betreibe ich es zur dunklen Zeit einfach am intensivsten.

Meine Mischungen richte ich stets neu an, zerstoße sie frisch im Mörser, fülle sie in ein Specksteinschälchen und verräuchere sie gleich anschließend. Meist habe ich ein gutes Augenmass und es reicht genau für eine Kohle, aber wenn mir etwas überbleibt packe ich es entweder luftdicht für die nächsten Tage ein oder mische es mit gummi arabicum-Pampe und mache kleine Kügelchen, die ich trockne und anschließend gut wegpacke ;-) Das Gummi bindet nämlich den Duft.

Tip: Beim Auflegen zuerst etwas Räuchersand auf der Kohle verteilen und darauf die Mischung legen, damit sie nicht direkt verbrennt und dann brenzlig riecht ;-)


Yul-Allrounder

Diese Mischung ist ein Allroundtalent: Sie schützt, weshalb sie gut in die Schwellenzeit passt und natürlich zum Ausräuchern in den Raunächten geeignet ist, reinigt die Raumluft von Krankheitserregern und stärkt die Immunabwehr, unterstützt die Hellsicht (zB. für Orakel) und verbreitet dabei einen unaufdringlichen erdig-herben Duft.

Sternanis und Wacholderbeeren im Mörser gut zerstoßen, etwa dieselbe Menge Patchouli (oder weniger) und etwas zerbröckeltes Drachenblut dazugeben.



Winterzauber

Damit kommt schnell weihnachtliche Stimmung auf. Der Duft ist würzig-süß mit einer starken Vanillenote.

Rosenblätter, Gewürznelken und Zimtstange (zerstoßen), Weihrauch (süßen), Myrrhe, zerstoßene Tonkabohne und Styrax.



Besinnlichkeit

Diese Mischung schenkt Einsicht und neuen Mut, hilft zu sich selbst zu finden und zu verzeihen, wobei sie einen süßlichen Duft verströmt, der uns selbst süß macht ;-)
(Sie ist auch als Ahnenräucherung geeignet.)

Eine Zimtstange im Mörser zerstoßen und Lavendelblüten, Sandelholzpulver und Holunderblüten hineinmischen.

12 Dezember, 2009

12. The Weihnachtspoem


When the last Kalender-sheets
flattern through the Winter-streets
and Decemberwind is blowing,
then is everybody knowing
that it is not allzuweit:
she does come, the Weihnachtszeit.
All the Menschen, Leute, people
flippen out of ihrem Stübel
run to Kaufhof,Aldi, Mess
make Konsum and business.
Kaufen this and jenes Dings
and the churchturmglocke rings!
Manche holen sich a Tännchen.
When this brennt, they cry: 'Attention!'
Rufen for the Feuerwehr:
'Please come quick and rescue here!'
Goes the Tännchen up in Rauch
they are standing on the Schlauch.
In the kitchen of the house
mother makes the Christmasschmaus.
She is working, schufting, bakes,
hit is now her Yoghurtkeks.
And the Opa says as tester:
'We are killed bis zu Sylvester.
' Then he fills the last Glas Wein,
yes, this is the Christmastime.
Day by day does so vergang,
and the holy night does come.
You can think,you can remember,
this is immer in December.
Then the childrenlein are coming
candle-wachs is abwärts running
Bing of Crosby Christmas sings
while the Towerglocke rings
and the angles look so fine
Weil,this is the Weihnachtstime.
Baby-eyes are big and rund,
the family feels kerngesund,
when unterm Baum is hocking -
really nothing can them shocking.
They are happy,are so fine,
this happens in Christmastime.
The animals all in the house,
the Hund, the Katz, the bird,the mouse,
are turning round the Weihnachtstree
weil they find Kittekat and Schappi
in the Geschenkkarton von Pappi.
The family begins to sing
and wieder does a Glöckchen ring.
Zum Song vom grünen Tannenbaum
die Tränen rennen down and down -
bis the mother plötzlich flennt:
'Die Gans im Ofen ist verbrennt!'
because her nose is very fine
wie jedes Jahr zur Christmastime.

11 Dezember, 2009

11. Glühwein-Muffins


250gr Mehl in eine Schüssel sieben und mit 2TL Backpulver, einer Prise Salz, 1/2TL Zimtpulver und 1/2TL gemahlenem Kardamom mischen. In einer weiteren Schüssel ein Ei, 80ml Öl, 80gr Zucker, 50ml Milch, einem Päckchen Vanillezucker, und 200ml kaltem Glühwein verquirlen. Die Mehlmischung unterheben.
Den Teig in gefettete Förmchen füllen (oder Förmchen mit Muffin-Papier) und 20-25min auf ca 200°C backen.
Zum Bestreichen Puderzucker mit Glühwein mischen oder dunkle Schokolade.

Und weil dieser Eintrag allein doch ein sehr kleines Türchen wäre und meine Späße hier scheints eh beliebter sind ;-) gibt es dazu noch ein schönes bayrisches Lied. Lasst euch vom Titel nicht abschrecken, es ist nämlich auch zum Teil heidnisch, wie ihr in der Vorab-Erklärung erfahren werdet *g*
Nur weihnachtlich ist es nicht wirklich, aber was solls...

10 Dezember, 2009

10. Mandarinenmarmelade



Winterlich-fruchtige Mandarinen-Marmelade

Etwa zwei Teile Mandarinen und einen Teil Orangen schälen und filetieren. Das Fruchtfleisch in eine Schüssel sammeln, Zitronensaft dazugeben und alles kurz pürieren. Mit etwas Vanillemark und gut Zimtpulver würzen und einen Schuß Whiskey unterrühren.
Das Fruchtpürree abwiegen und mit der entsprechenden Menge Gelierzucker aufkochen.
Passt gut auf Plätzchen oder auch morgendliches Frühstücksbrot, oder als kleines Mitbringsel in der Weihnachtszeit ;-)


PS: Öhm ja, das ist eine Orange. Die Mandarinen hab ich alle verkocht *g*

09 Dezember, 2009

9. Geschichte vom Weihnachtsmann


Obgleich die periodisch auftretende Frage nach der Existenz des
Weihnachtsmannes wohl nie gänzlich wird geklärt werden können, sollte
man dieses Thema, welches die Geister der Nation gerade in der Adventszeit beschäftigt, nicht aus dem täglichen Gedankengut verbannen. Die folgenden Überlegungen sollen dem Leser helfen, sich gezielt mit dem Thema auseinander zusetzen...

1) Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. Aber
es gibt 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen, und obwohl es sich dabei hauptsachlich um Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit die Möglichkeit einer der Existenz bisher unbeschriebener fliegender Rentiere aus, die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen hat.

2) Es gibt 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18 Jahren) auf der
Welt. Aber da der Weihnachtsmann (scheinbar) keine Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15% der Gesamtzahl - 378 Millionen Kinder (laut Volkszählungsbüro). Bei der durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen an, dass in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.

3) Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag bedingt
durch verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Osten nach Westen reist, (was logisch erscheint). Damit ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde.
Somit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit für seine Arbeit: Parken, aus dem Schlitten springen, den Schornstein runterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnassbaum verteilen, alle übriggebliebenen Reste des Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder raufklettern, und zum nächsten Haus fliegen. Angenommen, dass jeder dieser 91,8 Millionen Stops gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt ist (was natürlich, wie wir wissen, nicht stimmt, aber als Berechnungsgrundlage akzeptieren wir dies), erhalten wir nunmehr 1,3 km Entfernung von Haushalt zu Haushalt, eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen km, nicht mitgerechnet die Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden tun muss, plus Essen usw. Das bedeutet, dass der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1049 km pro Sekunde fliegt, also der 3000fachen Schallgeschwindigkeit. Zum
Vergleich: das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug, der Ulysses Space Probe, fährt mit lächerlichen 43,8 km pro Sekunde. Auch wenn der Name "Rentier" hier und da für Verwirrung sorgen mag, ein gewöhnliches, handelsübliche Rentier schafft höchstens 24 km pro STUNDE.

4) Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren
interessanten Effekt; angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Set (etwa 1 kg), dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen, nicht gerechnet den Weihnachtsmann, der übereinstimmend als übergewichtig beschrieben wird. Ein gewöhnliches Rentier kann nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei der Annahme, dass ein "fliegendes Rentier" (siehe Punkt 1) das zehnfache des normalen Gewichtes ziehen könnte, braucht man für den Schlitten nicht acht oder vielleicht neun Rentiere. Man braucht 216.000 Rentiere. Das erhöht das Gewicht - den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet - auf 410.400 Tonnen. Nochmals zum Vergleich: das ist mehr als das Vierfache des Gewichtes der Queen Elizabeth.

5) 410.400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s
erzeugt einen ungeheuren Luftwiderstand - dadurch werden die Rentiere
aufgeheizt, etwa so wie ein Raumschiff; das wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste Paar Rentiere muss dadurch 16,6 Trillionen Joule Energie absorbieren. Pro Sekunde. Jedes. Anders ausgedrückt: sie werden
praktisch augenblicklich in Flammen aufgehen, das nächste Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand preisgegeben, und es wird ein ohrenbetäubender Knall erzeugt.
Das gesamte Team von Rentieren wird innerhalb von 5 Tausendstel
Sekunden vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer
Beschleunigung von der Größe der 17.500fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg schwerer Weihnachtsmann (was der Beschreibung nach lächerlich wenig sein muss) würde an das Ende seines Schlittens genagelt - mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton.

Damit kommen wir zu dem Schluss: wenn der Weihnachtsmann irgendwann
einmal die Geschenke gebracht hat, ist er heute tot.

08 Dezember, 2009

8. Geschenkanhänger


Jedes Jahr zu Weihnachten bastle ich meine eigenen Geschenkanhänger, weil mir das, was so im Handel ist, meist viiieel zu kitschig ist. Vielleicht geht es euch ja auch so? Bei über zwanzig Personen artet das aber leicht aus, also beschränke ich mich auf Illustrationen, die ich einfach ausdrucken kann.

Dieses Jahr teile ich meine Lieblingskärtchen mit jedem, der sie haben mag ;-)
Einfach den PDF-Download-Link anklicken und die Geschenkkärtchen (auf Karton oder Fotopapier) ausdrucken, ausschneiden und mittig falzen.
(Die Kärtchen kann man mit Nadel und Faden, Locher und Schnur oder Tesa/Aufklebern befestigen, ganz nach Geschmack eben.)

Viel Spaß!

PDF-Download


06 Dezember, 2009

6. Winter-Haustees


Im Winter lieb ich mir einen Haustee, den man jederzeit trinken kann und der schon bereitsteht, wenn man etwas kränkelt. Ich habe euch hier mal vier Mischungen zusammengestellt, die ich besonders lecker finde.


Zur Stärkung der Abwehrkräfte

Je 10gr Lindenblüten, Zitronenmelisse und getrocknete Hagebutten
und je 5gr Hibiskus, Erdbeerblätter, Brombeerblätter, Holunderblüten und Fenchelsamen
gut vermischen, in ein hübsches Teedöschen füllen und trinken so oft man Lust hat ;-)

Kleines Früchtchen
Zu gleichen Teilen getrockenete Apfelschalen, Zitronenmelisse und Hagebuttenschalen in eine Kanne geben und mit heißem Wasser überbrühen. Etwa zehn Minuten ziehen lassen.

Orient
Je 1 EL Hagebutten, Apfelstückchen, Rosenblüten, Holunderblüten, Anis und zerstoßenen Fenchel mit einer zerkleinerten Zimtstange, 4 zerstoßenen Nelken und einer Prise Kardamom gut vermischen. 1-2 geh. TL pro Tasse.

Winterruhe
15gr Apfelschalen, 15gr Hagebutte, 10gr Anis, 10gr Lavendel, 10gr Melisse, 5gr Ringelblumenblüten


Ich wünsche euch viel Spaß beim Mischeln und Durchprobieren ;-)

05 Dezember, 2009

5. Advent


Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, von ferne her durchbricht
den dunklen Tann ein helles Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muss es sein.

Und als das Häslein ging zur Ruh,
das Rehlein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei- drei- viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der Guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Weidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied.
Behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück.
Und packt sodann, es geht auf Vier -
die Reste in Geschenkpapier.

Von Ferne tönt´s wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
so spät noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt auf goldnem Schlitten
mit einem Hirsch herangeritten.
Sagt, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?

Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
s' ist alles, was ich geben kann.
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise,
die Silberschellen klingen leise,
im Försterhaus die Kerze brennt,
die Glocke klingt, es ist Advent.

Loriot

04 Dezember, 2009

4. Barbarazweige


Barbarazweige sind Zweige von Obstbäumen, die am 4. Dezember geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt werden. Dafür kann man Kirsch-, Apfel-, Birke-, Haselnuss-, Rosskastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweige verwenden. Sie sollen bis zur Sonnwende/Weihnachten erblühen und bringen Leben und Farbe in die Wohnung.

Nach dem Volksglauben bringt das Aufblühen Glück im kommenden Jahr. Teilweise ist es Brauch, dass die jungen Mädchen jedem Zweig den Namen eines Verehrers zuweisen. Der Zweig, der zuerst blüht, soll auf den zukünftigen Bräutigam hinweisen. Dieser Brauch wurde vermutlich aus dem Brauchtum der "germanischen Lebensrute" übernommen und ist somit einer von vielen uralten Orakelbräuchen.
Schriftlich nachgewiesen ist der Barbarabaum seit dem 13. Jahrhundert und gilt, zusammen mit dem Barbara-Weizen, als einer der Ursprünge des Weihnachtsbaums.

Wenn Hex' keinen Bräutigam mehr sucht kann man mit einem guten Messer auch je Zweig eine Rune in die Rinde ritzen und den zuerst erblühten Zweig als Hinweis auf das nächste Jahr deuten. ;-)

03 Dezember, 2009

3. Topfentörtchen


Einfach, saftig, lecker, und kommen eigentlich immer gut an...

Die jeweils selbe Menge Butter, Zucker, Mehl und Quark (zB. je 250gr) in einer Schüssel ordentlich miteinander vermischen.
Die fertige Masse ausrollen und runde Törtchen ausstechen. Auf ein gefettetes Backblech/ Backpapier legen und mit eingelegtem Obst belegen. Kirschen, Zwetschgen, Blaubeeren oder Pfirsichstücke finde ich besonders lecker.
Auf etwa 200°C goldbraun backen.
Nach Belieben mit Puderzucker, Mandelblättchen oder Zimtzucker bestreuen. Frisch verzehren.

Guten Appetit!

Den Teig kann man auch noch mit Vanille oder geriebener Zitronenschale verfeinern ;-)

02 Dezember, 2009

2. Der Adpfent


(Ein Schüleraufsatz)

Der Adpfent ist die schönste Zeit im Winter. Die meisten Leute haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber. Wir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung und man schreibt sie mit k.

Drei Wochen bevor das Christkindl kommt, stellt Papa die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen mithelfen. Viel Krippen sind langweilig, aber die unsere nicht, weil wir haben mords tolle Figuren darin.

Ich habe einmal den Josef und das Christkindl auf den Ofen gestellt, damit sie es schön warm haben und es war ihnen zu heiß. Das Christkindl ist schwarz geworden und den Josef hat es in lauter Trümmer zerrissen. Ein Fuß von ihm ist bis in den Plätzlteig geflogen und es war kein schöner Anblick. Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die Heiligen vor meiner Blödheit sicher sind.

Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut es nicht gut aus. Aber ich habe gottseidank viele Figuren in meiner Spielkiste und der Josef ist jetzt Donald Duck. Als Christkind wollte ich den Asterix nehmen, weil der ist als einziger so klein, dass er in den Futtertrog gepasst hätte. Da hat meine Mama gesagt, man kann doch als Christkindl keinen Asterix hernehmen, da ist ja das verbrannte Christkindl noch besser. Es ist zwar schwarz, aber immerhin ein Christkindl. Hinter dem Christkindl stehen zwei Oxen, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Saurier habe ich hineingestellt, weil der Ox und der Esel waren mir allein zu langweilig.

Links neben dem Stall kommen gerade die Heiligen drei Könige daher. Ein König ist dem Papa im letzten Adpfent beim Putzen heruntergefallen und er war dodal hin. Jetzt ham wir nur mehr
zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Ersatz. Normal haben die heiligen Könige einen Haufen Zeug für das Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree oder so ähnlich.
Von den unseren hat einer anstatt Gold ein Kaugummipapierl dabei, das glänzt auch schön. Der andere hat Tabak in der Hand, weil wir keinen Weihrauch haben. Aber der Tabak raucht auch
schön, wenn man ihn anzündet. Der heilige Batman hat eine Pistole dabei. Das ist zwar kein Geschenk für das Christkindl, aber damit kann er es vor dem Saurier beschützen. Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige Indianer und ein kaasiger Engel. Dem Engel ist ein Fuß abgebrochen, darum haben wir ihn auf ein Motorrad gesetzt, damit er sichs leichter tut. Mit dem Motorrad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt.

Rechts neben den Stall haben wir ein Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Weißbier für die Oma dabei. Einen Wolf haben wir nicht, darum lurt hinter dem baum ein Bummerl als Ersatz-Wolf hervor. Mehr steht in unserer Krippe nicht, aber das reicht voll. Am Abend schalten wir die Lampe an und dann ist unsere Krippe erst so richtig schön. Wir sitzen so herum und singen Lieder vom Adpfent. Manche gefallen mir, aber die meisten sind mir zu lusert. Mein Opa hat mir ein Gedicht vom Adpfent gelernt und es geht so:

'Adpfent, Adpfent, der Bärwurz brennt.
erst trinkst oan, dann zwoa, drei, vier,
dann hautsde mit deim hirn an'd Tür!'

Obwohl dieses Gedicht recht schön ist, hat Muata g'sagt, dass ich es mir nicht merken darf. Bis man schaut, ist der Adpfent vorbei und Weihnachten auch und mit dem Jahr geht es dahin. Die Geschenke sind ausgepackt und man kriegt vor Ostern nichts mehr, höchstens wenn man vorher Geburtstag hat. Aber eins ist g'wiss: Der Adpfent kommt immer wieder.

01 Dezember, 2009

1. Nußlikör


Jetzt angesetzt ist er bis Weihnachten fertig ;-)

Man braucht:
150gr braunen Zucker, 125ml Wasser, 1 Stange Zimt, 4 Nelken, 200gr Walnußkerne, 1 Flasche Wodka

Den Zucker mit Wasser, Zimt und Nelken aufkochen und auflösen. Den Topf vom Herd nehmen, zugedeckt über Nacht ziehen lassen und durch ein Tuch abgießen. Die Nüsse in eine Flasche geben und mit dem Zuckerwasser und dem Wodka auffüllen. Die Flasche verschließen und den Likör etwa 3 Wochen reifen lassen.