17 April, 2016

Miracle time

"Miracle time you came to Japan", sagte neulich mein Freund, bei dem ich nun seit drei Wochen lebe. Das ist ein ziemlich unschuldiger Ausdruck dafür, dass in etwa 900 km Entfernung seit drei Tagen unaufhörlich die Erde bebt.

地震 (Jishin/Erdbeben), dieses Wort habe ich inzwischen gut gelernt, denn es kommt ständig im Fernsehen. Und wenn keine Liveberichte aus der Erdbebenregion gesendet werden, dann kommt die Info als Text-Einblendung über Serien und Variety-Shows.
Was die deutschen Medien meiner Meinung nach verpassen, zu erwähnen, ist, dass ein anhaltendes Erdbeben etwas nie Dagewesenes für Japan bedeutet.

Als wir Donnerstag Abend zusammen fernsahen und die erste Meldung über ein Stärke-6-Beben lasen, dachten wir, bis zum Morgen sei der Schrecken vorbei. Neun Tote bei einem Beben dieser Stärke erschien sogar noch relativ glimpflich. Doch während das Beben nun in Richtung Nordosten wandert, bleiben eine Menge Menschen ohne Wasser, Essen, Strom und Dach über dem Kopf zurück. Und die nächste Region bereitet sich auf den kommenden Schlag vor.

Was macht man also, wenn man in einem momentan katastrophengebeutelten Land lebt? Ehrlich gesagt das selbe wie immer. Arbeiten, Einkaufen, Ausgehen, und den ganzen Tag das Fernsehen im Auge behalten ...

In diesem Sinne hoffe ich, euch allen geht es gut, und dieses "miracle" findet bald ein Ende.


Kommentare:

  1. Oh, Du bist nun in Japan? Oder wie oder was? Hab ich was verpasst?
    Liebe Grüße,
    Sandra

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    1. Ja, ich lebe aktuell in Japan. Zumindest für ein paar Monate. ^^

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Danke für deinen Kommentar :-)