01 Juli, 2010

Hilfe bei Mückenstichen

Ich kann Mücken und Co. nicht ausstehen, tue mich schon schwer damit anzuerkennen, dass sie leidensfähige Lebewesen sind und mache ihnen deshalb auch den Garaus, wenn sie es zu doll treiben und ich die Chance habe. Sie aber lieben mich heiss und innig, sind gern in meiner Nähe und werden auch meist übergriffig. Das Ergebnis juckt.

Aus gegebenem Anlass dachte ich mir stelle ich mal zusammen was ich an Hausmitteln für Insektenstiche kenne, wie es funktioniert und was ich davon halte.

1-4: Die bekanntesten Hausmittel dürften wohl Spucke, Essigumschläge, Zwiebelhälften und Zitronensaft sein. Das hat man zwar leicht zur Hand, aber mir hat es noch nie geholfen.

5: Für richtig heftige Insektenstiche von der schwarz-gelben Fraktion nimmt meine Mutter Notfalltropfen. Ich kann leider nicht sagen, dass der Erfolg umwerfend wäre.

6: Letztes Jahr bekam ich den heissen Tip Ledum (Globuli) zu nehmen. Da ich weiß wie schnell dieses Zeug oft hilft kann ich mir das gut vorstellen, habe es aber noch nicht selbst ausprobiert.

7 und 8: Auch bei den ätherischen Ölen gibt es Hilfe, und zwar Teebaumöl oder Lavendelöl. Man sollte die Öle nie pur sondern nur mit einem Trägeröl verdünnt auftragen. Praktisch wenn man von oben bis unten verstochen ist aber mir hilft es nur vorrübergehend.

9: Super gegen den Juckreiz hilft mir Natron. Das ist billig überall zu kriegen, vielseitig verwendbar und auf jeden Fall einen Versuch wert. Ich mische mit Wasser einen dicken Brei an und trage ihn mit einem Pinsel dick auf die Stiche auf. Nicht schick, aber erstaunlich wirksam.

10: Das ist meine ungeschlagene Superwaffe! Vogelmierensalbe. Die Vogelmiere zieht Gifte aus dem Körper, selbst Quaddeln schwellen ganz schnell ab und der Juckreiz stoppt sofort. Hier die einfachste Version davon...

Einen guten Armvoll frische Vogelmiere die man kleinschneidet zu einer Büchse vorsichtig geschmolzenem (unparfümiertem) Melkfett, gern Ringelblumen-Melkfett in einen weiten Topf geben und langsam erhitzen. Nichts verbrennen lassen. Gut umrühren und auskühlen lassen. Den Vorgang wiederholen, insgesamt dreimal erhitzen und beim dritten Mal die warme Masse durch ein Sieb abschütten und gut ausdrücken.
In die abkühlende Masse - so man hat - ein paar Tropfen ätherisches Wacholder und Zypressenöl geben, wer mag und hat ein paar Rescue-Tropfen und natürlich den Wunsch, dass die Salbe jeden Insektenstich heilt und das Gift aus dem Körper zieht. Wer es kann, kann die Salbe auch besprechen, das hab ich gemacht.

Im Falle eines Stichs einfach dick auftragen und ziehen lassen.

Egal was ihr tut, nicht kratzen, das hilft nämlich nicht ;-)

Kommentare:

  1. ich hatte dieses jahr schon zwei mückenstiche....eigentlich bislang nichts ungewöhnliches, nur dass diese zwei unmöglich angeschwollen sind, zwei tage total dick.

    da kommt dein *sälbchen* genau richig!!! man kann ja nie wissen....
    frag mich nur wo ich zypressenöl oderwacholderöl hergekomme??? hast du einen tipp für mich?
    LG emma

    AntwortenLöschen
  2. Danke für den Tipp mit der Vogelmiere. Was übrigens auch hilft ist ein Umschlag mit Spitz- oder Breitwegerichblättern und bei Bienen- oder Wespenstichen die Globuli Apis oder Vespa.
    Ich nehme daheim eigentlich immer Essigwasser und für unterwegs ein Insektenöl aus ätherischen Ölen (mische ich aber nicht selber, sondern das ist aus der Bahnhofsapotheke Kempten, kann man bestellen).
    Ulkigerweise werde ich dieses Jahr nicht mehr so häufig gestochen, seit ich mich basischer ernähre. Könnte also auch noch ein Tipp sein.
    Lieben Gruß von Alruna

    AntwortenLöschen
  3. Toller Beitrag, Sefa!
    Und kommt wie gerufen- geh nachher direkt mal auf die Suche nach Vogelmiere- bin auch so ein Opfer unerwiderter Liebe.
    Woran liegt es eigentlich, dass manche Mückenstiche so schrecklich jucken, dass man davon sogar aufwacht, und andere so wenig, dass mans erst im Laufe des Tages merkt? Seltsam.

    Danke für die Tipps!

    AntwortenLöschen
  4. Danke für die Tipps! Ich bin dieses Jahr erstaunlicher Weise auch mehr Opfer als in den letzten Jahren - und dann immer an so traumhaften Stellen wir auf den Füßen oder am Hals (Kragen), wo häufig etwas dran reibt...

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Sefarina!
    Wenn Du gestattest, nehme ich mir das Rezept bei Dir mit.
    Mit Vorgelmiere hab´ich noch nie gerabeitet. Oder besser gesagt,....sie hat sich mir noch nicht vorgestellt.
    Danke Dir ganz herzlichst,...und ganz liebe Grüße
    Grey Owl

    AntwortenLöschen
  6. liebe serafina,
    so kompakt habe ich insektenstich-tipps selten gehabt. auch ich habe mit spitz- oder breitwegerichblätter bei mücken, bienen und wespen gute erfahrung gemacht. mit denen hatte ich aber dieses jahr noch nichts zu tun. dafür ist mir eine bremse zu nahe gekommen und da hat nichts geholfen. von denen sind viele unterwegs und ich kann nur empfehlen abends wenig haut zeigen.
    liebe grüße kiria

    AntwortenLöschen
  7. Tolle Tips, vielen Dank!
    Ich habe zur Mückenzeit immer ein Schälchen Teebaumöl auf der Fensterbank stehen, das scheint die Mücken auch abzuschrecken.
    Liebe Grüße, Coco

    AntwortenLöschen
  8. @ Emma:

    Ich beziehe mittlerweile alle meine ätherischen Öle über Dragonspice (die ich auch in der Seitleiste verlinkt habe). Die Qualität ist immer top, die Auswahl riesig und die Preise moderat ;-)

    @ Alruna:

    Huh, also basischer als jetzt schaffe ich nicht ohne Diät, aber da könnte was dran sein. Du hast ja auch eine ganze Apotheke für Stiche parat *g*

    @ Sea:

    Danke!
    Und das mit den Stichen weiß ich lustigerweise sogar. Die juckende Schwellung ist ja eine allergische Reaktion (die in fünf Stadien eingeteilt werden: vom ersten Stich, der gar nichts tut, über immer stärkere und schnellere Reaktion bis zur Immunität) und je nachdem was einen sticht ist man unterschiedlich allergisch.

    @ thg:

    Hier sind sie vor ein paar Jahren irre viel geworden und die viele Feuchtigkeit dieses jahr fördert die Population noch zusätzlich. Ich werde meist an Knöcheln und Fingern erwischt, das ist auch fies!

    @ Grey Owl:

    Aber natürlich :-)
    Mir kam sie vor einigen Jahren zufällig unter die Füße, die Miere, und seitdem lass ich sie nicht mehr aus.

    @ Kiria:

    Dankeschön.
    Wegerichblätter kenne ich eigentlich nur für Blasen und Wunden, aber eigentlich ist es ja logisch, dass sie dann auch bei Stichen helfen ;-)

    @ Coco:

    Ah, das tu ich in die Mülltüte, gegen Fruchtfliegen und sowas ;-)
    Einen ähnlichen Dienst erweist mir meine riesige Tomate am Fenster. Mücken hatte ich in der Wohnung noch gar nicht, aber meist bin ich eben draussen...

    AntwortenLöschen

Danke für deinen Kommentar :-)