28 April, 2016

Hier geht es weiter!

Unser Haus-Schrein


Während meiner Zeit in Japan blogge ich anderswo. Gemeinsam mit meinem Freund, bei dem ich zur Zeit lebe, schreibe ich hier über Essen, Sprache, Kultur, meine Erlebnisse als Deutsche in Japan und das Leben in seiner Heimatstadt.

Alte Bekannte und neue Gesichter sind herzlich willkommen!


17 April, 2016

Miracle time

"Miracle time you came to Japan", sagte neulich mein Freund, bei dem ich nun seit drei Wochen lebe. Das ist ein ziemlich unschuldiger Ausdruck dafür, dass in etwa 900 km Entfernung seit drei Tagen unaufhörlich die Erde bebt.

地震 (Jishin/Erdbeben), dieses Wort habe ich inzwischen gut gelernt, denn es kommt ständig im Fernsehen. Und wenn keine Liveberichte aus der Erdbebenregion gesendet werden, dann kommt die Info als Text-Einblendung über Serien und Variety-Shows.
Was die deutschen Medien meiner Meinung nach verpassen, zu erwähnen, ist, dass ein anhaltendes Erdbeben etwas nie Dagewesenes für Japan bedeutet.

Als wir Donnerstag Abend zusammen fernsahen und die erste Meldung über ein Stärke-6-Beben lasen, dachten wir, bis zum Morgen sei der Schrecken vorbei. Neun Tote bei einem Beben dieser Stärke erschien sogar noch relativ glimpflich. Doch während das Beben nun in Richtung Nordosten wandert, bleiben eine Menge Menschen ohne Wasser, Essen, Strom und Dach über dem Kopf zurück. Und die nächste Region bereitet sich auf den kommenden Schlag vor.

Was macht man also, wenn man in einem momentan katastrophengebeutelten Land lebt? Ehrlich gesagt das selbe wie immer. Arbeiten, Einkaufen, Ausgehen, und den ganzen Tag das Fernsehen im Auge behalten ...

In diesem Sinne hoffe ich, euch allen geht es gut, und dieses "miracle" findet bald ein Ende.


22 März, 2016

The good life

Ziemlich spontan bin ich letzte Woche in ein Leipziger Hostel gezogen, genau genommen war es die Entscheidung weniger Minuten, bis die Fahrkarte gekauft war und dann eine mehrstündige Herbergssuche vor Ort. Da Leipzig während der Buchmesse praktisch komplett ausgebucht ist, war das hektischer als beabsichtigt, aber am Ende fand ich ein besonders nettes Hostel, in dem ich mich schon jetzt wie zuhause fühle.
Wenn es in ein paar Tagen nach Frankfurt weitergeht, werde ich die Leute und das weiche Lounge-Sofa sicherlich vermissen.


04 Februar, 2016

Was wurde eigentlich aus ...

... mir? Ja, und diesem Blog, den ich einst so eifrig geführt habe?

So viele Jahre habe ich aus einem Leben erzählt, das neutral betrachtet recht langweilig war.
Dabei waren besonders die letzten Jahre eine Zeit, die mich gezwungen hat, mein Leben und meine Werte neu zu überdenken.



Und deshalb ist jetzt alles zurück auf Anfang, ich beginne sozusagen von vorne. Ob und wieviel ich diesmal mit euch teilen will und kann, habe ich noch nicht entschieden. Vermutlich werde ich irgendwann zumindest episodenhaft erzählen, was ich eigentlich in letzter Zeit gemacht habe.

Die Eckdaten sollt ihr aber schon jetzt bekommen.
Während ich dies schreibe, wohne ich gerade in Wien. Ich bin weiblich, gehe auf die 30 zu und kremple momentan mein Leben um. Dies beinhaltet relativ viele Reisen, Umzüge und eine Menge Chaos.

Meine große Leidenschaft sind Bücher. Punkt.

29 Juli, 2015

Reinkarnation ist nichts für Feiglinge, Rezension

Fredrik Brounéus

Reinkarnation ist
nichts für Feiglinge


352 Seiten
ISBN 978-3442748334

9,99 € (D)



auch als eBook erhältlich
„Als hätten der Dalai Lama und Douglas Adams gemeinsame Sache gemacht“, steht im Klappentext. Nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich zugeben, dass es wohl eines der wenigen Male ist, in denen nicht zu viel versprochen wurde. Denn was als seichter Roadtrip eines hormongesteuerten Teenagers beginnt, gewinnt mit der Zeit immer mehr an Tiefe. Den Leser erwarten fantastische Abenteuer und absolut absurde Szenen. Kein Wunder, schließlich treffen hier unter anderem amerikanische Regierungsagenten, schriftkundige Insekten, ein Geisterauto samt Fahrer, ein buddhistischer Mönch mit miserablen Englischkenntnissen und die Reinkarnation von Adolf Hitler aufeinander.

An der neuseeländischen Südküste: George Larson, in erster Linie mit seiner Freundin Kaisa und der Kunst einen guten Song zu schreiben beschäftigt, erhält unerwarteten Besuch. Sein Großvater, der eigentlich schon lange das Zeitliche gesegnet hat, steht vor der Tür. Seit der alte Herr tot ist, scheint er sichtlich aufgeblüht: Er raucht Kette und trinkt mehr Kaffee, als gesund sein kann. Und er hat eine Botschaft für George: Die Menschheit ist in großer Gefahr und George der Einzige, der dagegen etwas tun kann. Zunächst zögerlich, doch mit wachsendem Ehrgeiz stellt sich George seiner neuen Aufgabe und kratzt dabei an den großen Fragen der Menschheit – Was passiert wirklich, wenn wir tot sind? Was sind unsere wahren Ziele und wo geht die Reise hin? – und erhält durchaus erhellende Antworten: Auch Reinkarnation will geübt sein. Tibetische Mönche sind gar nicht so friedfertig, wie man erwarten würde. Und wer hätte es geglaubt: »Just do it«, inzwischen zur inhaltsleeren Werbephrase verkommen, ist in Wirklichkeit eine jahrtausendealte Weisheit …

Es ist ganz klar, dass diese Art von Humor nicht für jedermann funktioniert. Wer die überaus mitteilsamen Naturerscheinungen noch mit einem Schulterzucken hinnimmt, wird spätestens beim inneren Monolog des Protagonisten, der in diesem Fall sehr schnell zum Dialog wurde, die Stirn runzeln. Ganz richtig, das Gehirn des Protagonisten unterhält sich mit Herz, Mund, Ohren, Nieren und so weiter. Wer jetzt an Otto Waalkes‘ „Milz an Großhirn, Milz an Großhirn: Soll ich mich auch ballen?“ denken muss, der hat eine recht gute Vorstellung davon, wie das abläuft. Mich hat das zu Beginn sehr gestört, aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und mochte es zum Schluss sogar.
Mit den Charakteren bin ich leider nicht so richtig warm geworden. Dazu waren sie auf der einen Seite viel zu oberflächlich, auf der anderen auch viel zu abgeklärt. Und wenn ein Charakter selbst sich nur als Teil einer Reihe von Inkarnationen sieht, weshalb sollte es mich dann mehr kümmern als ihn selbst, wenn ihm etwas geschieht? Zudem vertragen sich Humor und Charakter-Drama bekanntlich nicht so gut, und in diesem Buch überwiegt der Humor.
Das Buch ist äußerst unterhaltsam und deshalb schnell gelesen. Am Ende war ich weder traurig noch glücklich, sondern hatte das gute Gefühl zuversichtlicher Gelassenheit. Und alleine dafür schon möchte ich es mit ganz vielen Menschen teilen.

Aufmachung
Das Taschenbuch überzeugt mit angenehmer Haptik und gefälligem Layout und Satz. Das Cover hat bei mir leider sehr schnell Stöße an den Ecken und Knicke am Rücken bekommen. Der dezent eingesetzte Spotlack gefällt mir super.
Der wahre Hingucker sind jedoch die Illustrationen im Inneren, die aussehen, als hätte der Zeichner direkt mit dem Bleistift in mein Buch gemalt. Ein bisschen schade fand ich, dass diese Bilder in ein paar Fällen mehrfach verwendet wurden, in einem Fall drei Mal, im anderen mit nur einer Seite dazwischen.


Fazit
Ein kurzweiliges Lesevergnügen, das Lust auf mehr macht.


Das Rezensionsexemplar wurde mir freundlich zur Verfügung gestellt vom btb Verlag.